Masterarbeit: Financial Literacy und Wohlstandsakkumulation

Eine Analyse der Finanzkompetenz der österreichischen Bevölkerung in Bezug auf Investitions- und Pensionsvorsorgeverhalten

von Tatjana Aubram, MA

Abstract:

Aufgrund des demographischen Wandels wird die Verantwortung für eine gesicherte Pension vom Staat hin zur Gesellschaft übertragen. Zudem scheinen für die private Pensionsvorsorge notwendige Finanzprodukte immer vielfältiger und komplexer zu werden. Diese Situation erfordert von Erwerbstätigen ein Mindestmaß an financial literacy. Die Relevanz von financial literacy – so die Annahme – wird aufgrund dieser Entwicklungen künftig steigen.

In dieser Masterarbeit wird der Forschungsstand zum Thema financial literacy untersucht und die möglichen Auswirkungen von financial literacy auf der mikro- und makroökonomischen Ebene diskutiert. Studien zur Erhebung von financial knowledge in Österreich analysierten bisher nicht die Implikationen von financial knowledge. Ziel dieser Arbeit ist es, diese Lücke zu schließen indem die financial literacy der österreichischen Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter im Kontext von Umgang mit Geld, Anlageverhalten und Pensionsvorsorge untersucht wird. Dabei wurde erstmals klar zwischen den Begriffen financial knowledge und financial literacy differenziert. Des Weiteren werden die soziodemographischen Determinanten von financial literacy, das Informationsverhalten und das Interesse an Finanzthemen untersucht.

Dafür wurde eine Online-Umfrage durchgeführt, welche über soziale Netzwerke verteilt wurde. Die Daten wurden deskriptiv- und inferenzstatistisch ausgewertet. Durchschnittlich konnten bei den Wissensfragen 11,6 von 16 Punkten erreicht werden. Vor allem das Wissen über Anleihen ist niedrig. Über 90% der Befragten veranlagten ihr Geld in Sparbücher und/oder Bausparer. Nur rund 60% konnten alle Fragen zum Thema Sparbuch/Bausparer richtig beantworten. Financial knowledge korreliert mit einer Kapitalmarktbeteiligung. Besonders von financial illiteracy betroffen sind junge Personen, Frauen, Personen mit geringer Ausbildung und Personen mit niedrigem Einkommen. Das Interesse an Finanzthemen ist niedrig, das Informationsverhalten ist weitgehend sozialisiert, klassische Medien sind irrelevant. Basierend auf diesen Ergebnissen lassen sich Handlungsempfehlungen, wie die Einführung wirtschaftlicher Pflichtfächer in den Pflichtschuljahren, für die Politik ableiten, um die financial literacy zu erhöhen.

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