Stimmrechtsberatungen und Investor Relations

Eine Masterthesis von Alena Klinz

Die Bedeutung von Stimmrechtsberatungen für die ganzjährige Ausrichtung der Investor Relations:

Das Thema Stimmrechtsberatungen hat in den letzten Jahren auch in Deutschland und Österreich Einzug gehalten. Aktionärskreise der Unternehmen werden immer internationaler und die Anlageportfolios der Fondmanager:innen immer diversifizierter. Eine informierte Abstimmung für alle Unternehmen zu treffen ist damit fast unmöglich. Dieses Vakuum füllt eine ganz bestimmte Dienstleistung: Die Stimmrechtsberatung. Ihre Kund:innen sind vor allem institutionelle Anleger:innen, denen durch die Stimmrechsberatung Recherche und Analyse der Unternehmen abgenommen wird. Aus den Ergebnissen wird eine konkrete Stimmempfehlung für die Hauptversammlung formuliert.

Für die Investor Relations formiert sich daraus eine neue Zielgruppe, die ebenso wie andere Finanzintermediäre bedient werden muss, denn kümmert sich das Unternehmen um die Bedürfnisse der Stimmrechtsberatungen, kümmert er sich ebenfalls um die Bedürfnisse seiner Investor:innen.

Ziel der Arbeit ist es, das Kommunikationsgefüge zwischen Unternehmen, institutionellen Investor:innen und Stimmrechtsberatungen zu analysieren. Den Rahmen der Analyse bilden die Ziele, Grundsätze und Aufgaben der Investor Relation und eine Beschreibung der Rolle der Stimmrechtsberatungen am Kapitalmarkt sowie kritische Aspekte an der Stimmrechtsberatertätigkeit. Die Arbeit wählt einen qualitativen Ansatz in der Bearbeitung der Forschungsfrage mittels leitfaden-gestützter Expert:inneninterviews. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, die Verbindung zwischen der sich wandelnden Bedeutung von Stimmrechtsberatung und die Implikationen daraus auf die Investor Relations auf kommunikativer, prozessualer und rechtlicher Ebene zu behandeln und Konfliktfelder und Chancen im Dialog zu identifizieren. Ebenso soll ein Stimmungsbild entstehen, dass die Relevanz und den Einfluss der Stimmrechtsberatungen aus Sicht der Investor Relations-Beauftragten darstellt.

Die Untersuchung zeigt, dass die Stimmrechtsberatung sowohl in kommunikativer, als auch in prozessualer und rechtlicher Hinsicht eine hohe Relevanz für die Investor Relations hat. Die Arbeit ist nicht selten von Missverständnissen, Informationsasymmetrien und unterschiedlichen Erwartungen geprägt. Die Studie trägt zur notwendigen Strukturierung und Konsolidierung bisheriger Erfahrungen mit Stimmrechtsberatungen bei, indem sie verschiedene Perspektiven beleuchtet und konkrete Herausforderungen und Konfliktfelder in der Arbeit mit Stimmrechtsberatungen benennt.

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