Finanznachrichten als Schmieröl für die Wirtschaft

Matthias Wabl spricht über Kommunikation in der Wirtschafts- und Finanzwelt

Monika Kovarova-Simecek (Studiengangsleiterin des Masterstudiums Wirtschafts- und Finanzkommunikation) im Gespräch mit Matthias Wabl (Senior Editor for Breaking News, Bloomberg News):

Was hat Sie nach einer juristischen Ausbildung dazu bewogen, einen Master für Wirtschaft, Recht und Journalismus zu machen?

Recht ist nur ein bestimmender Faktor, wenn man die Welt verstehen will. Die anderen sind Wirtschaft, Politik und Medien. Ich wollte einfach einen möglichst großen Überblick haben, um diese Entscheidungsprozesse zu verstehen.

Wie sind Sie letztendlich beim wahrscheinlich wichtigsten Informationsdienstleistungsunternehmen für Finanzen gelandet?

Während meines letzten Studienjahres habe ich an der Columbia Journalism School Kurse über „Financial Journalism“ gemacht, meine Professorin hat mich dann für ein Praktikum im Bloomberg Newsroom in New York empfohlen. Als „Intern“ habe ich dann zuerst über Kakaobohnen und den Handel mit Orangen geschrieben.

Welche Tipps können Sie Studierenden des Master Studienganges Wirtschafts- und Finanzkommunikation geben, die später selbst im Finanzjournalismus arbeiten möchten?

„Build your instinct to follow the money and find the story behind.” Dazu auch breites Allgemeinwissen und grundlegendes Fachwissen, klare Sprache, Interesse an Menschen und Zahlen, Ausdauer.

Welche Rolle spielen Nachrichtenprovider wie Bloomberg im globalen Wirtschaftsgeschehen?

Neuigkeiten sind das Schmieröl für Wirtschaft, Politik und Finanzmärkte. Was vor 150 Jahren eine Brieftaube an Neuigkeiten von einem Schlachtfeld überbrachte, dauert heute weniger als eine Sekunde. Bloomberg ist eines von zwei globalen Medienunternehmen, das praktisch in jedem Land einen Korrespondenten hat. Ein Satz beim Opec-Treffen in Wien kann Sekunden später die Ölpreise in New York abstürzen lassen.

Wie würden Sie Ihre Tätigkeit bei Bloomberg kurz beschreiben? Was ist es, was Sie doch schon lange bei Bloomberg hält?

Interviews führen, Bilanzen lesen, Kontakte pflegen, Dokumente analysieren, Pressekonferenzen besuchen, Augen offenhalten. Jeder Tag ist anders, ich empfinde es als Privileg, als Journalist Zugang zu unterschiedlichsten Themen und Menschen zu bekommen.

Der Master Studiengang Wirtschafts- und Finanzkommunikation hat eine starke digitale Komponente. Wie wichtig sind diese Kompetenzen aus Ihrer Erfahrung heraus auch für Wirtschafts- und Finanzjournalisten?

Information, Daten, Fotos und Videos digital und anschaulich zu verknüpfen, wird zu einer Grundkompetenz. Jenen Personen, die dann noch interessante Inhalte aufbereiten anstatt Twitter abzuschreiben, steht die Welt offen.

Interesse an der Wirtschafts- und Finanzwelt geweckt?

Die Bewerbung für den Master Studiengang Wirtschafts- und Finanzkommunikation ist noch bis 13. August 2018 möglich – direkt zur Online-Bewerbung.

 

Fotocredits: Matthias Wabl

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